BVZ vom Juni 1985: Zur Erscheinung des Buches "Arkadenhäuser im Südburgenland" von Ludwig und Volker Toth

BVZ vom Juni 1985: Zur Erscheinung des Buches "Arkadenhäuser im Südburgenland" von Ludwig und Volker Toth

(Wichtiges) Buch von Ludwig und Volker Toth erschienen „Oberwarter Arkadenhäuser“ Blüte der Volksarchitektur: Nun ist es endlich soweit. Das schon seit einem Jahr angekündigte Buch „Arkadenhäuser im Südburgenland“ konnte vergangenen Freitag im Saal der reformierten Pfarrgemeinde in Oberwart der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die lange Entstehungsgeschichte des Buches (erschienen in der Edition Roetzer) geht auch auf die übersorgfältige Arbeit der beiden Autoren Ludwig und Volker Toth aus Oberwart zurück, die für diesen imposanten Band 1300 Schwarzweißbilder zusammengetragen haben. Gelungen ist schließlich eine lückenlose Bestandsaufnahme und Dokumentation der Arkadenhäuser im Bezirk Oberwart. - Kaum eine andere Landschaft weist in ihren architektonischen Ausdrucks- und Gestaltungsformen ein so einheitliches und geschlossenes Bild auf wie eben der Bezirk Oberwart. Ein Großteil der Bauernhäuser dieser Gegend wird aufgrund ihrer besonderen Ausstattung mit bestimmten Bogenformationen „Arkadenhäuser“ genannt. Der Begriff ist etwas irreführend, drückt er doch lediglich ein gemeinsames Stilmerkmal und nicht eine bestimmte, vorherrschende Haus- und Hofform aus. Die Bogenformation der Arkaden ist nämlich an allen der in dieser Gegend üblichen Haus- und Hofformen zu finden. - Arkadenhäuser gibt es in Europa seit der Antike. Besonders starke Verbreitung fanden sie in der Renaissancezeit. Arkaden dienten damals sowohl einem statischen Zweck als auch dem gesteigerten Schönheitsbedürfnis. Viele Städte wie Bern oder Bozen (unter den Lauben) verdanken ihr charakteristisches Aussehen diesem architektonischen Stilprinzip. - Im Bezirk Oberwart kam es seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zu dieser besonderen Blüte der Volksarchitektur. Die Ursache dafür hat mit der Siedlungsgeschichte dieses Raumes, der sog. „Oberen Wart“, zu tun. Als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem ungarischen Kernland hat nämlich die hier lebende magyarische Minderheit, oft kleinadeligen Standes, ihre Häuser mit Symbolen der herrschaftlichen Bauweise geschmückt. Und dazu gehörten eben die Arkaden. Später dann wurde dieses architektonische Element auch von deutschen Bauern dieser Gegend übernommen. Das Buch „Arkadenhäuser im Südburgenland“ von Ludwig und Volker Toth ist eine ganz bedeutende kulturhistorische Leistung.

JAHR DER ENTSTEHUNG

1985

ANGABEN ZUR HERKUNFT DES BILDES

Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER

Herkunft des Bildes: Zur Verfügung gestellt von Herrn Nikolaus Steiger

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