Die Zeitung schreibt: „Theaterauffuhrung. Am 20. und 21. d. brachte der Männergesangverein Oberwarth das Volksstück „Die Wildkatz vom Hollergrund" im Kinosaal in Oberwarth bei sehr gutem Besuch zur Aufführung. Die Rolle des Bauern im Hollergrund war Herrn Primarius Dr. Smital zugedacht, doch mußte am ersten Abend wegen beruflicher Verhinderung Herr Kerschbaum einspringen. Herr Kerschbaum führte seine Rolle, trotzdem er nicht vorbereitet war, gut durch. Sein Weib Moni fand in Frau Dr. Smital eine vorzügliche Interpretin, die im bäuerlichen Rahmen als sorgende Mutter überzeugend wirkte. Herr Hadek als Fredi war als verliebter, ungehorsamer, bockbeiniger Sohn glänzend und sein schauspielerisches Talent war wie immer bewundernswert. Herrn Karl Wojta als krankem Weiteckhofbauern schien die Rolle auf den Leib geschrieben, denn sein Gekrächze und seine Erbitterung waren echt und seine Hinfälligkeit naturgetreu wie seine Mimik. Seine Nichte Regina (Frau Teichgräber) fand sich immer mehr und mehr in ihre Rolle und ihr anfängliches Schwanken fand besonders im vorletzten Akt am Weiteckhof einen überraschend guten Abschluß. Der alte Dienstbote Stasi (Frau Kerschbaum) war ein bäuerliches Original, wie es besser kaum gegeben werden könnte, ebenso der Tomerl des Herrn Prof. Ströher, das waren Glanzleistungen für sich. Die eifersüchtige Magd Evi der Frau Brunner wirkte köstlich und trug viel zur Belebung des Stückes bei. Ihr Partner Bartl (Prof. Kasper) war ein Bauernknecht, wie er leibt und lebt. Die besondere Rolle der Mirl als Wildkatz hatte die als vorzügliche Bühnenkraft bekannte Frau Zimmermann übernommen und war ihr Spiel wie immer einwandfrei und ihre Reschheit und Feschheit war echt und hielt das Stück auf der Höhe. Der Knecht Wastl (Herr Schlamadinger) sowie die Dirne Kathi (Frl. Frank) waren gut und der lose Vogel Muckerl als Schafjunge (Herr Ramberger) war ein bäuerlicher junger Frechling, der dem Publikum durch seine Spielweise imponierte. Die bigotte, erbschleichende Kreszenz wurde durch Frau Donawell mit so natürlicher Mimik und frommem Augenaufschlag gegeben, daß es jeder echten Betschwester zur Ehre gereicht hätte. Das Publikum war von den Abenden hoch befriedigt und ist es ein besonderes Verdienst der Regie, die in den bewährten Händen des Herrn Reisinger lag, aus diesem einfachen Volksstück durch glückliche Besetzung der Rollen einen so guten Erfolg zu erzielen. Ueberraschend gut war diesmal auch die Bühnendekoration, die so recht dem bäuerlichen Milieu angepaßt war und durch die Lebhaftigkeit der Farben dekorativ sehr gut zur Geltung kam“.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
Kommentare
Sie haben eine Frage zu dem Bild oder möchten einen Kommentar dazu abgeben? Registrieren Sie sich bitte mit Namen und Email-Adresse bzw. melden Sie sich unter LOGIN an, wenn Sie schon registriert sind.