Inspizierung der Ortsfeuerwehr Oberwart durch den Landesfeuerwehrinspektor. Am Sonntag den 30. August fand die Inspizierung der Ortsfeuerwehr- und Rettungsabteilung Oberwart um 6 Uhr 30 früh durch den Landesfeuerwehrinspektor Brand-Oberinspektor Franz Binder statt, welcher in Begleitung des Adjutanten des Landesfeuerwehrkommandanten Feuerwehr-Kreisinspektor Robert Pestl erschienen war und vom Bezirksfeuerwehrkommandanten Brandinspektor Christof Ronacher und Bezirkskommandostabsmitglied Feuerwehrhauptmann Josef Pleyer empfangen worden ist. - Nach Erstattung der Meldung durch den Ortsfeuerwehrkommandanten, Feuerwehr-Kreisinspektor Samuel Hutter, hielt der Landesfeuerwehrinspektor an die in stattlicher Anzahl ausgerückte Ortsfeuerwehr Oberwart, welche in ihren teilweise schon neuen blanken Feuerwehrhelmen ein schmuckes Bild bot, eine längere Ansprache und begab sich sonach mit seiner Begleitung auf den Sportplatz nächst der Zitta-Kastelle in Oberwart, von wo aus er durch eine motorisierte Ordonnanz die vor dem neuen Gerätehaus (Autogarage) zurückgebliebene Ortsfeuerwehr alarmierte. Die Annahme war: in dem unmittelbar benachbarten Häuserviertel, und zwar in dem östlich gelegenen strohgedeckten Hause Nr. 182 b [Anm.: Lannergasse 11] der Witwe Maria Deutsch sei ein Brand ausgebrochen. Windrichtung von Nordosten, so daß das Nachbarhaus Nr. 182a [Anm.: Lannergasse 13] außer der Gefahr des Uebergreifens des Feuers noch überdies durch die Brandgase schwer bedroht sei und sich die dang befindlichen Menschen, weil schon betäubt, nicht mehr allein aus der Gefahrenzone retten können, daher Einsetzung der mit Gasmasken und Sauerstoffgeräten bestens ausgerüsteten Sanitätstrupps erforderlich. Bereits in der 7. Minute nach Alarmierung konnte der Löschangriff vom Autospritzwagen der Großgemeinde Oberwart aus wirksam durchgeführt werden und war auch die an der regulierten Pinka ausgefahrene Auto-Ueberlandspritze raschest fertiggestellt und konnte so den Angriff unterstützen und fortführen. Nach weiteren drei Minuten, also in der 10. Minute nach dem Alarm, wurden bereits die im Hause der Witwe Sophie Adorjan, H.-Nr. 182 a, befindlichen zwei Männer von dem in das angenommen völlig vergaste Haus eingedrungenen Rettungstrupp des technischen Zuges unter Kommando seines sehr agilen Zugskommandanten Karl Reisinger auf Tragbahren in das Freie gebracht und zum Hilfsplatz und nachher in das ebenfalls aufgefahrene Bezirks-Rettungsauto getragen. - Bei der nach Einstellung der Angriffsübung vorgenommenen Besprechung konnte der Landesfeuerwehrinspektor angesichts der in jeder Beziehung mustergültig ausgeführten nassen Angriffsübung, verbunden mit Einsetzung der Rettungstrupps, dem so oft bewährten, äußerst strammen Ortsfeuerwehrkommandanten Feuerwehr-Kreisinspektor Hutter als auch der gesamten Ortsfeuerwehr- und Rettungsabteilung Oberwart die besonders belobende Anerkennung des Landesfeuerwehrkommandos zum Ausdrucke bringen und hob Landesfeuerwehrinspektor besonders die Mustergültige Haltung der Wehr als auch die einwandfreie Ausführung des Ordonnanzdienstes durch das Mitglied Richard Buchta hervor, die es dem Ortskommandanten ermöglichte, seine Dispositionen, ohne noch am Brandplatze eingetroffen zu sein, zu erteilen. Sehr lobenswert war auch das Vorgehen des Rettungstrupps bei der Rettung von Menschenleben. Die stramme und exakte Ausführung des Fußexerzierens und die zum Abschluß vor dem Inspizierenden erfolgte Defilierung bestätigten wiederum die Wahrheit des alten Soldatenspruches: „Wie der Kommandant, so die Abteilung“ und kann die Oberwarter Ortsfeuerwehr sicherlich zu den allerbesten der 322 Ortsfeuerwehren des ganzen Landes gezählt werden. Ebenso wie das Landesfeuerwehrkommando hat aber auch der Gemeindetag von Oberwart unter Vorsitz seines Vorstandes Bürgermeister Oekonomierat Alexander Sisko dem Ortsfeuerwehrkommandanten Feuerwehr-Kreisinspektor Samuel Hutter in vollster Anerkennung seiner um die bewiesene Schlagfertigkeit der Ortsfeuerwehr von Oberwart erworbenen Verdienste das gebührende Lob und den wärmsten Dank der Gemeinde ausgesprochen. Chr. R.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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