Die Zeitung schreibt: „Der Leseverein der Oberwarther ref. Jugend feierte Sonntag den 28. Juni das Fest feiner vor 40 Jahren erfolgten Gründung in einer Reihe von Festlichkeiten, welche ein farbenprächtiges Bild boten. Um 10 Uhr vormittags fand in der ref. Kirche in Oberwarth ein vom Superintendenten Bajcsi gehaltener Dankgottesdienst statt, worauf um 11 Uhr vormittags im Vereinslokal die Festsitzung abgehalten wurde. Nachmittags 3 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer vor dem Gasthaus Winkler [Anm.: siehe Bild #676], von wo aus sich der Festzug unter Vorantritt der Oberwarther Feuerwehrkapelle unter klingendem Spiel zum Marsch durch die Gemeinde in Bewegung setzte. Ein Banderium [Anm.: siehe Bild #4070], bestehend aus ca. 60 Reitern, eröffnete den Festzug, ihm folgte eine festlich gekleidete Mädchenschar [Anm.: siehe Bild #8641], anschließend eine große Menge Festteilnehmer im Festgewande zum Kriegerdenkmal, woselbst die Musik ein feierliches Lied spielte und die Sänger der ref. Jugend unter Leitung des Oberlehrers Schranz „Ich hatt' einen Kameraden" vortrugen. Sodann richtete Alexander Adorjan zu Herzen gehende Worte an die Festversammlung. Hiemit war die offizielle Feier beendet und begaben sich die Festteilnehmer in den Gasthausgarten Winkler [Anm.: siehe Bild #3767], wo verschiedene Ansprachen und Liedervorträge gehalten wurden und der Tanz in seine Rechte trat. Der Verein wurde im Jahre 1891 vom Pfarrer Andreas Csiszer gegründet und besteht somit seit 40 Jahren. Mit zäher Ausdauer ging der ref. Pfarrer Andreas Csiszer damals ans Werk und brachte es in kurzer Zeit dahin, daß der Verein in sein Heim einziehen konnte. Nun ist heute das Entstehen eines solchen Vereines keine besondere Errungenschaft; wenn wir aber die damaligen Verhältnisse in Betracht ziehen, war diese Gründung eine kulturelle Tat, die anerkennenswert ist. Um das Arrangement sowie um das Zustandekommen des Festes haben sich besonders die beiden Lehrer Alexander Schranz und Erich Knöbel verdient gemacht und ist es ihnen zu danken, wenn das Fest in befriedigender Weise verlaufen ist und jedem Teilnehmer in angenehmer Erinnerung bleiben wird“.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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