Die Zeitung berichtet: „Theaterabend. Am 18. d. gelangte im Genossenschaftssaal in Oberwarth das Anzengrubersche Volksstück „Das vierte Gebot" zur Aufführung. Das besonders an Dilettanten hohe Anforderungen stellende Stück wurde, obwohl diesmal auch Neulinge auf den Brettern schwierigere Rollen innehatten, mit gutem Erfolg aufgeführt. Eine Glanzleistung bot das verkommene Ehepaar Schalanter (Erich Knöbl und Gisi Schober) samt ihren beiden Kindern (Hans Hadek, Grete Blasy) und der naive Geselle des Herrn Johann Zambo war eine köstliche Figur im Rahmen dieser mehr als aufgeweckten Familie. Gut war auch das Ehepaar Hutterer (Karl Reisinger, Vilma Schober) und besonders die Gattin war in ihrer altmodischen Kleidung und in der von ihr vortrefflich gespielten Rolle der geduldigen, nichts zu sagen habenden Frau ein treues Altwiener Hausfrauenbild. Den Stolzen Vater mimte gut Herr Emmerich Schober, dessen Gattin Frau Elisabeth Brunner, die als zuerst gefügige, auf eigenes Glück verzichtende Tochter ihre Rolle vortrefflich meisterte und dann in der Rolle als gebrochenes, leiblich und seelisch zugrunde gerichtetes Weib ergreifend wirkte. Frl. Helene Kasper als altes Mutterl war rührend und naturgetreu. Den verliebten Klavierlehrer gab Herr Stephan Fischt, dessen Leistung in der Gasthausszene so recht zur Geltung kam. Echt volkstümlich war das Ehepaar Schön (Elmar Falb und Mina Flasch) mit seinem weltfremden „hochwürdigen Sohn", den in seiner Unbeholfenheit Herr Josef Ritthammer naturgetreu darstellte. In ihre Nebenrollen fanden sich auch die übrigen Spieler: Frl. Poldi Uidl, ferner die Herren: Johann Kurz, Josef Kürz, Gustav Benkö, Andreas Wagner sowie auch Rudi Reisinger und Gustl Neubauer, so daß das Gelingen ein vollkommenes war. Ein voller Saal mit viel Beifall lohnte den Eifer der Spieler“.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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