Portrait: Alfred Wertner (*1946/+2010) - Basketball

Portrait: Alfred Wertner (*1946/+2010) - Basketball

Genau während des Meisterschaftsspiels Gmunden gegen Oberwart am 23. Oktober 2010 verstarb Alfred Wertner, burgenländischer Basketballverbandspräsident und Gunners-Vizepräsident, im Alter von 64 Jahren nach langer Krankheit. - Bereits mit 13 Jahren hatte er seine Leidenschaft für den Basketballsport entdeckt und feierte im Lauf der Jahre viele Erfolge: die Gunners stiegen mit ihm in die Bundesliga auf, er war Mitbegründer des Schulcups und des BSSM Oberschützens. - Neben dem Basketball zählte die Musik zu seiner großen Leidenschaft. Er spielte Klarinette in der Stadtkapelle Oberwart und war Mitglied der legendären Band „his master´s voice“. // Text Thomass Linzer - Alfred Wertner: Siege und Niederlagen haben ebenso wie Entwicklungen im Sport zumeist viele „Väter". Dennoch: der Weg der Gunners in die Bundesliga fand seinen geistigen Ursprung und auch die nötige Energie in Kopf und Herz von Alfred Wertner. - Ich war gerade mal 19 Jahre alt, Oberwarts Basketball vegetierte in der Landesliga, es gab vereinzelt Keime im Nachwuchs, als Alfred Wertner auf mich zukam und sagte: „Ich will mit Basketball in Oberwart in die Bundesliga und brauche einen jungen, dynamischen Partner an meiner Seite, der das mit mir umsetzt. Machst Du mit?" Meine damalige Gegenfrage, ob Fred nicht besser einen Arzt aufsuchen sollte, der ihn auf seine Zurechnungsfähigkeit prüft, quittierte er genervt und ergänzte: „Wenn Du nicht daran glaubst, mach ich es alleine!" - Heute, gut 30 Jahre später, finden wir einen Entwicklungsweg, der alles, wovon Fred damals träumte, noch weit übertrifft. Fred‘s Vision wurde nicht nur wahr, sie wurde in jeder Hinsicht übertroffen und hätte ihm wohl tatsächlich eine Empfehlung zum Psychotherapeuten eingebracht, wenn er sie damals in dieser Form vorausgesagt hätte. - Sein unermüdlicher Basketballgeist trieb Fred viele Jahre von Etappenziel zu Etappenziel. Seine Herzensangelegenheit war dabei die Nachwuchsarbeit. Er organisierte etliche Trainingscamps für seine Schützlinge, brachte gemeinsam mit seinem Freund Hubert „Hoopsi" Kehrer das Sommercamp nach Oberwart, veranstaltete Streetball-Turniere und förderte seinen Nachwuchs wo er nur konnte. Die Erfolge blieben nicht aus und ließen ihn seine Ziele immer wieder aufs Neue adaptieren. Aufstieg in die 2. Bundesliga (B), danach in die Bundesliga, Pokalsieg, Teilnahme am Europapokal bis hin zu seinem selbst erfüllten Wunsch in Oberwart eine Basketball-Europameisterschaft zu erleben. Diesen ehrgeizigen Wunsch erfüllte sich Fred, damals schon von seiner Krankheit gezeichnet. Er organisierte im Namen und Auftrag des ÖBV als Projektleiter die U-20 EM 2010 im Burgenland. Das U20 Nationalteam dankte es ihm und wurde im Juni 2010 in Oberwart Europameister Division B. - Nur ein Erlebnis hat ihm der liebe „Basketballgott" leider nicht gegönnt: Den Gewinn der österreichischen Meisterschaft mit seinen Gunners. Es war der vierte Spieltag der Saison 2010/11als Alfred Wertner den Lebenskampf gegen seine schwere Krankheit endgültig verlor, während SEINE Gunners die Gmunden Swans auswärts 44:63 besiegten und am Ende der Saison erstmals Österreichischer Basketballmeister wurden. Dieser Erfolg hat viele Väter. Aber nur einer dieser Väter hat schon viele Jahre zuvor fest daran geglaubt, als es alle anderen nicht einmal zu träumen wagten: Alfred Wertner! - Das damalige Team hat diesen Meistertitel daher in ewiger Erinnerung seinem „Fredl" gewidmet.

JAHR DER ENTSTEHUNG

2002

ANGABEN ZUR HERKUNFT DES BILDES

Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER

Herkunft des Bildes: Aus "60 Jahre Gunners" - zur Verfügung gestellt von Kurt Lehner

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