Baugeschichte der neuen röm. kath. Osterkirche

Baugeschichte der neuen röm. kath. Osterkirche

Baugeschichte: Mit dem Anwachsen der Pfarrgemeinde wurde die alte Kirche zu klein. Bereits 1917 wurden Initiativen zum Neubau ergriffen. Der Kirchenwald wurde geschlägert und der Erlös in einer Steinamangerer Bank deponiert. Das für den Kirchenbau bestimmte Geld fiel der Entwertung zum Opfer. Ein zweiter Versuch des damaligen Pfarrers Dr. Karl Michel, die Kirche zu erweitern, wurde durch den zweiten Weltkrieg unterbunden. -Am 8. Juli 1964 wurde ein Kirchenbaukomitee gegründet, um die Vorarbeiten für den Neubau der Kirche zu beginnen. Doch bereits am 1. September 1964 verstarb Stadtpfarrer Dr. Matthias Heintz. - Am 14. März 1965 wurde der neue Stadtpfarrer in sein Amt eingeführt. Am 29. April 1965 wurde das Kirchenbaukomitee einberufen und aus dessen Reihen ein Kirchenbaurat bestellt. In der Folge wurde am 4. Mai 1965 das Raumprogramm von den bischöflichen Stellen festgelegt. Am 9. Mai 1965 erfolgte eine Pfarrkirchenratsitzung, in der die Bauagenden dem Kirchenbaurat übertragen wurden, welcher am 13. Mai 1965 seine konstituierende Sitzung hielt. Am 19. und 20. Juni 1965 unternahmen die Mitglieder des Kirchenbaurates und des Pfarrkirchenrates eine Studienreise, um neue Kirchen zu besichtigen. Das Ergebnis der Kirchenbereisung wurde dem Diözesanbischof vorgelegt, der die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbes genehmigte. Am Wettbewerb beteiligten sich folgende Architekten: Arbeitsgruppe 4 (Kurrent und Spalt), Wien; Tibor Brestyansky, Groß-Petersdorf; Planungsgruppe Domenig-Huth, Graz; Rudolf Schober, Oberwart; Ottokar Uhl, Wien, welche am 30. September 1965 nach Oberwart kamen, um die lokale, soziale und pastorale Situation kennenzulernen. In der Zwischenzeit hat am 24. September 1965 das Kirchenbaukomitee den Beschluß über die Aufbringung der Eigenmittel gefaßt. Alle katholischen Haushaltsvorsitzenden sollten gebeten werden, ein Monatsgehalt innerhalb von drei Jahren für den Kirchenbau zur Verfügung zu stellen. Am 8. 11. 1965 begann die Zeichnungsaktion. - Am 17. Jänner 1966 trafen die Entwürfe für den Wettbewerb ein. Am 10. Februar 1966 tagte die Jury über die Bewertung der eingereichten Projekte im Stadtsaal unter dem Vorsitz des Herrn Dekans Dr. Karl Schwanzer von der TH Wien. Der Jury gehörten ferner an: Prof. Dr. Ferdinand Schuster von der TH Graz; Prof. Dr. Dr. Herbert Muck SJ, Wien; Architekt Gottfried Nobl, Linz; Landeskonservator Dr. Alfred Schmeller, Wien; Baudirektor Johann Braunschmidt, Eisenstadt. Der 1. Preis wurde der Planungsgruppe Günther Domenig und Eilfried Huth, Graz, zuerkannt, deren Entwurf zur Ausführung empfohlen wurde. In der Folge wurde die gesamte Bevölkerung mit dem Ergebnis der Jury konfrontiert. In einer öffentlichen Befragung stimmten von 364 Einwohnern 212 für das Projekt Domenig-Huth. In verschiedenen Besprechungen mit den kirchlichen Stellen wurde nun das Projekt reduziert. Am 5. Juli 1966 kam die Erlaubnis, die Architektenverträge für Kirche und Pfarrheim abzuschließen, die Detailpläne erstellen zu lassen, die baubehördliche Bewilligung einzuholen und die Arbeiten auszuschreiben. Am 7. Juli 1966 wurden die Verträge mit den Architekten und dem Statiker Dr. Franz Forstlechner, Graz, unterzeichnet. - Im Oktober und November 1966 wurde das Dach der alten Kirche als erste Etappe der Kirchenanlage renoviert. Am 15. Dezember 1966 wurden die Baumeisterarbeiten zum Neubau der Kirchenanlage öffentlich ausgeschrieben. Die Anbotseröffnung erfolgte am 16. Jänner 1967, wobei elf Firmen geboten haben. Im Februar wurden die Anbote für sonstige Professionistenarbeiten eröffnet. Am 1. März 1967 wurden die Baumeisterarbeiten vergeben. Am 25. März 1967 traf die Nachricht ein, daß der Diözesanbischof die Genehmigung zum Bau der Kirche und des Pfarrheimes erteilt habe. Dies wurde beim Ostergottesdienst den Gläubigen freudig mitgeteilt. Am 11. April 1967 erfolgte der feierliche Beginn der Erdarbeiten für die Kirchenanlage. - Am 24. Juni 1967 weilte Diözesanbischof DDr. Stephan Laszlo in Oberwart, um die Segnung der Fundamente und die Weihe des Grundsteines für die neue Kirche vorzunehmen. - Im Juni 1968 stellte sich heraus, daß die Baukostensumme mit 9,6 Millionen Schilling nicht gehalten werden kann. Diese Schwierigkeit mußte bewältigt werden. - Am 19. Oktober 1969 übergab der Diözesanbischof die neue Kirche ihrer Bestimmung. Am 3. April 1971 wurde die neue Orgel der Firma Pirchner, Steinach am Brenner, geweiht. Das Kontaktzentrum war 1969 baulich fertiggestellt und wurde bis 1972 auch eingerichtet. Der Turm der alten Kirche erhielt ein neues Geläute mit drei Glocken, welche am 18. März 1972 vom Diözesanbischof konsekriert wurden. - Die gesamte Kirchenanlage erforderte mit der Innenausstattung einen finanziellen Aufwand von rund 15 Millionen Schilling. Zur Abdeckung dieser Summe stellten die Diözese einen Betrag von 7,3 Millionen sowie Bund, Land und Stadtgemeinde Subventionen in der Höhe von insgesamt 1,4 Millionen zur Verfügung. Der Verkauf eines der Pfarre gehörenden Grundstückes erbrachte 1,6 Millionen Schilling. Der Rest von fast 5 Millionen Schilling mußte durch Spenden der Pfarrangehörigen und vieler anderer Wohltäter abgedeckt werden.

JAHR DER ENTSTEHUNG

1970

ANGABEN ZUR HERKUNFT DES BILDES

Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER

Herkunft des Bildes: Aus: "Osterkirche Oberwart" Broschüre, herausgegeben von der Stadtpfarre, Dr. Ladislaus Triber

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