Historischer Einreiseantrag für Bolivien aus dem Jahr 1938 für den Arzt Dr. Ludwig Popper und seine Familie (Söhne Ludwig Popper jun. und Peter Popper und Gattin Friederike Popper) die aus Wien flohen. - Ludwig jun., oder Lutz, Elija Popper wurde kurz vor der nationalsozialistischen Machtergreifung 1938 in Wien geboren. Sein Vater war Ludwig Popper sen. Dieser war in Paris und Zürich aufgewachsen und hatte 1927 an der Universität Wien zum Doktor der Medizin promoviert. Bis 1936 war Popper als Internist am Wiener Allgemeinen Krankenhaus tätig. Seine Habilitation wurde 1938 wegen seiner jüdischen Herkunft abgelehnt und konnte dann erst 1948 nachgeholt werden. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich gelang ihm mit seiner Frau Friederike, einer Christin und Krankenschwester, und den beiden Söhnen Ludwig jun. und seinem Bruder über die Schweiz die Flucht nach Bolivien. – Dort verbrachte Ludwig Popper jun. seine Kindheit bis zum Alter von neun Jahren. 1947 kehrten die Familie nach Wien, wo kaum noch Verwandte lebten, zurück. Diese waren entweder ebenfalls geflüchtet, verstorben, hatten wegen der anstehenden Deportation Selbstmord begangen oder waren in der Shoah ermordet worden. – Ludwig Popper jun. studierte nach der Matura Medizin. Mit seiner Frau Helga hat er zwei Kinder. Ab 1973 war er als Facharzt in Oberwart tätig, wo er beruflich immer wieder mit Roma in Kontakt war. Poppers Selbstverständnis als Arzt ist von der sozialmedizinischen Ausrichtung seines Vaters beeinflusst, dessen biografische Aufzeichnungen "Bolivien für Gringos. Exil-Tagebuch eines Wiener Arztes" (2005) und "Briefe aus einer versinkenden Welt. 1938/39" (2008) er veröffentlichte. Popper spricht als Zeitzeuge häufig öffentlich, auch an Schulen, über seine Familiengeschichte.
Hochgeladen von: Tillfried SCHOBER
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